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Archäologie Vorderasiens und des Mittelmeerraumes

Titelbild

Magarsos

Magarsos – Heiligtum und Hafen im Ebenen Kilikien

Magarsos beherbergte in der Antike das überregional bedeutende Heiligtum der Athena Magarsia. Die Siedlung besaß jedoch während der gesamten Antike keine eigene Münzprägung und Iurisdiktion, sondern unterstand der nahegelegenen Polis Mallos. Louis Robert verglich daher die Beziehung dieser beiden Siedlungsplätze mit dem „Verhältnis von Didyma zu Milet oder Athen zu Eleusis“. Während die exakte Lage von Mallos bis heute nicht endgültig geklärt werden konnte, gilt die Identifizierung von Magarsos mit den Ruinen am Kap Karataş als gesichert.

Von 2006 bis 2009 beteiligte sich ein Team der Universität Bern unter Leitung von Ralph Rosenbauer an einem gross angelegten und von Prof. Mustafa Hamdi Sayar geleiteten Survey der Universität Istanbul, in dessen Rahmen es das Gelände am Kap Karataş erforschte. Neben intensiven Oberflächenbegehungen wurden weiträumige geophysikalische Prospektionen mit verschiedenen Techniken (Geomagnetik, Georadar, Geoelektrik) durchgeführt und Satellitenbilder interpretiert.

Die Untersuchungen erbrachten den Nachweis einer regelmässig und exakt in Nord-Süd-Richtung angelegten Siedlung mit einer rundum verlaufenden Wehrmauer. Grösse und Anlage der Insulae weisen dabei auf eine Entstehung der Stadtanlage im Hellenismus. Dieser zeitliche Ansatz scheint sich durch die bisherigen Auswertungen der Fundkeramik zu bestätigen. Magarsos existierte bis in die osmanische Epoche und wahrte dabei fast 2000 Jahre sein ursprüngliches Achssystem und Strassenraster. Damit bildet dieser Ort einen Musterfall und ein wichtiges Untersuchungsgebiet für die bisher schlecht belegte Stadtentwicklung im Ebenen Kilikien.

Die erste Projektphase, die zum Teil aus Eigenmitteln des Institutes bestritten und in den Jahren 2008 und 2009 von der Fritz-Thyssen-Stiftung finanziert wurde, konnte vor kurzem erfolgreich abgeschlossen werden. 2010 stehen das Erstellen der Lagepläne, die weitere Aufarbeitung der Oberflächenfunde (Architekturelemente und Keramik) und die Vorbereitung der Abschlusspublikation im Vordergrund.

Kooperationspartner

  • Professor Dr. Mustafa Sayar (Historisches Institut der Universität Istanbul)
    Leitung des Surveys im Ebenen Kilikien und Epigraphik
  • Professor Dr. Michael Heinzelmann (Institut für Archäologie der Universität zu Köln)
  • Dr. Stefan Erasmi (Geographisches Institut Göttingen, Abt. Kartographie, GIS & Fernerkundung)
    Fernerkundung und GIS
  • Dipl. Ing. Gerd Herbst (Vermessungsamt der Stadt Nürnberg)
    Geodäsie
  • Dr. Natascha Kreutz (Institut für Archäologie der Universität Tübingen)
    Bearbeitung der Fundkeramik
  • David Jordan BSc MSc (Institut für Geowissenschaften der Universität Mainz)
    Geophysik


Mitarbeitende

Fırat Güngör, Kürşat Koçer, Manuel Buess, Linda Camathias, Gürkan Ergin, Pelin Erkan, Zora Grossen, Susanne Herbst, Christian Kienholz, Katarzyna Langenegger, Jörg Mohring, Philipp Moser, Matthias Nieberle, Gürkan Öztürk, Susanne Rutishauser

verantwortlich: Ralph Rosenbauer

University of Bern | Institut für Archäologische Wissenschaften | Länggass-Strasse 10 | CH-3012 Bern | Tel +41 (0)31 631 89 92 | Fax +41 (0)31 631 49 05
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Virtual Cilicia Project

Eine Übersicht über die Feldforschungsprojekte am IAW Bern im Ebenen Kilikien ist nun neu auch in Google Earth abrufbar.